In 3 Schritten zu einer Liste von Leitprinzipien, um Echtzeit-Entscheidungen zu treffen


Die Vorgehensweise, beschrieben in diesem Artikel, ist die Fortsetzung der Thematik aus meinem früheren Beitrag „Was braucht es, damit wir in Echtzeit entscheiden können?

Als Erinnerung, beim Benutzen von LEGO® SERIOUS PLAY® entdecken wir eine neue Antwort auf die Schlüsselfrage „Wann sind wir in der Lage, Entscheidungen in Echtzeit zu treffen?

Wir können es, wenn wir über ein klares „Betriebssystem“ verfügen, welches uns bei der Entscheidungsfindung leitet und zwar als Individuen, als Gruppe und als Unternehmen.

Stellen wir uns vor, einige allgemein gültige Leitprinzipien zu haben, welche uns und unser Team in allen Situationen helfen können, Entscheidungen zu treffen.

Was sind „Leitprinzipien“? Wir können sie als Lebens-Weisheiten beschreiben, welche durch Erfahrung gewonnen und mit anderen geteilt werden (etwas, das wir auch gesundem Menschenverstand nennen können). Anstatt uns zu Entscheidungen zu führen „leiten“ uns diese Leitprinzipien durch unseren Entscheidungsprozess. Beim Definieren einer Handlung sagen sie uns nicht, was zu tun ist, sondern was wir betrachten sollen und auf welche Aspekte wir uns fokussieren müssen. Anders als Instruktionen oder Regeln, liefern Prinzipien uns keine Lösung, sondern zeigen an, in welchem „Geist“ eine Lösung zu wählen ist.

Leitprinzipien sind nicht übertragbar, weil sie aus dem kollektiven Denken und aus dem Team-Leben einer bestimmten Gemeinschaft hervorgehen. Ihr Fundament besteht aus den gemeinsamen Werten, der Identität und dem Streben der Menschen innerhalb des Teams.

Die Reise zu einer Leitprinzipien-Liste ist ein Drei-Stufen-Ansatz nach der LEGO® SERIOUS PLAY® Methode.

Schritt 1, Aufbau des Umfeldes, wo das Unternehmen tätig ist: stellen wir uns vor, unsere Welt von oben herab zu sehen. Aus einer Höhe von 10000 Meter erscheinen wir selbst, unser Team, unsere Firma und ihre vernetzte Geschäftswelt wie eine Spielwiese. Auf dieser Spielwiese sehen wir Elemente, welche Kunden, Lieferanten, Konkurrenten, existierende und aufkommende Technologien repräsentieren. Alle diese Elemente sind physisch miteinander verbunden, mit z.B. Informations- / Datenflüssen, Flüssen von Materialien und Produkten, Geldflüssen, etc. Diese Elemente sind in einer Art und Weise voneinander abhängig, dass wenn eines von ihnen auf Schwierigkeiten stösst (angenommen einer unserer Lieferanten hat Produktionsprobleme), dann wird auch das eine oder mehrere der anderen Elemente des Systems darunter leiden (z.B. unser Unternehmen wird Lieferschwierigkeiten haben), oder von der Situation profitieren (z.B. wenn es unsere Konkurrent ist).

Schritt 2, Ereignisse anstossen und Entscheidungen abspielen: auf dem obigen Spielfeld besteht die nächste Übung darin, widerzuspiegeln wie das System (oder Teile davon) auf dynamische Ereignissen, welche ein neuer System-Zustand hervorruft, reagiert. Dies geschieht durch das Spielen mit den Elementen des Systems. Zum Beispiel, unter Berücksichtigung der oben genannten Ereignisse (Lieferant hat Produktionsprobleme) beim Bespielen der Reaktionen des Systems könnten wir sehen (vereinfacht) wie der Materialfluss, welcher unsere Firma mit dem Lieferanten verbindet, plötzlich abbricht, als auch die Verbindung zwischen unsere Firma und dem Kunden und wie ein Konkurrent in unsere Lieferlücke springt.

Mit diesem Ereignis konfrontiert und nachdem wir die Reaktion des Systems gesehen haben, müssen wir eine Entscheidung treffen. Das Bespielen von Entscheidungen hat zwei Komponenten: 1) brainstormen der unterschiedlichen Aktionen, die wir als Antwort auf das Ereignis anstossen könnten und 2) eine Aktion auszuwählen und abzuspielen, wie das System demzufolge reagiert. Indem wir diesen Schritt mit verschiedenen Ereignissen und einer Vielzahl von Entscheidungen/Aktionen mehrmals durchspielen, werden wir unser Wissen darüber, wie das System arbeitet, exponentiell erhöhen.

Schritt 3, unsere Leitprinzipien „destillieren“: Stellen wir uns als Skifahrer vor. Spätestens vor der Abfahrt, müssen wir das Wetter beachten. Dieses Leitprinzip „sich erinnern, das Wetter zu beachten“ ist universell gültig, auf Erfahrung basiert und es schwebt immer über dem Skifahrer, um seine Entscheidungen in jedem Moment seiner Abfahrt zu leiten.

Auf der Grundlage der Erkenntnisse, gewonnen mit Schritt 2, können wir jetzt visualisieren, was gut und was weniger gut funktioniert hat. Durch die Verwendung einer Kombination aus Lego-Modellen und Fragetechnik führt der Moderator das Team in eine systematische „Destillierung“ der Leitprinzipien. Eine Liste davon resultierend auf dem Skifahrer-Beispiel könnte z.B. zusätzlich beinhalten: „nicht von den vorgeschriebenen Pisten abweichen“, „streng dich nicht zu sehr an“, „bring immer einen GPS-Chip mit“.

Die oben genannten Leitprinzipien sind für einen Skifahrer überlebenswichtig, um Echtzeit-Entscheidungen unter fast allen Umständen zu treffen, welche er unterwegs antreffen wird. In ähnlicher Weise werden am Ende der drei Schritte, das Unternehmen, die Teams und die Mitarbeiter mit einer bewährten Ansammlung von Leitprinzipien bewaffnet sein, welche spezifisch aus ihren einzigartigen gemeinsamen Werten, ihrer Identität und ihren Bestrebungen „destilliert“ wurden. Und zwar unter Berücksichtigung der Dynamik des Geschäftsumfeldes, in welchem das Unternehmen tätig ist.

…würden wir diesem Unternehmen, dieser Mannschaft und diesen Mitarbeitern zutrauen, dass sie jetzt, wenn sie mit Unerwartetem konfrontiert sind, überlegene Echtzeit-Entscheidungen treffen?

Wollen Sie die LEGO® SERIOUS PLAY® Methodologie für die Entwicklung Ihrer Fähigkeiten in Echtzeit-Entscheidungsfindung testen?

Gerne erarbeite ich einen spezifischen Vorschlag auf Ihre spezielle Situation zugeschnitten. Mein email: lorenzo.nanetti@wanadoo.fr

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